Die Überschrift eines Artikels aus der ZEIT vom Oktober 2002 und Juni 2003 brachte es treffend auf den Punkt. Die Autoren lösten mit ihrer Situationsanalyse eine Flut von zustimmenden Zuschriften ratloser Leser aus.
Es gibt hierzulande kein kollektives Wissen darüber, wie man einen strukturierten Vermögensaufbau betreibt und Risiken minimiert. Bei Geldanlagen herrscht das Zufallsprinzip: Mal eine Immobilie, mal Aktien, natürlich auch eine Lebensversicherung und auf alle Fälle ein Steuersparmodell. Kaum jemand definiert vorab seine finanziellen Ziele - und wählt mit Bedacht die Geldanlagen, die am besten geeignet sind, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Kaum jemand hat eine Vorstellung darüber, wie viel Geld er im Ruhestand benötigt, um - trotz Inflation und Steuern - gemütlich 100 Jahre alt zu werden. Und wie viel dafür ab heute regelmäßig gespart werden muss.Und selbst wenn jemand die richtigen Fragen stellt: Wer kann sie ihm beantworten? Banken und Versicherungen verkaufen am liebsten Produkte: Je weniger Zeitaufwand, desto besser. Dort geht's ums schnelle Geschäft und um möglichst fette Provisionen. Ob das gewählte Produkt für die finanzielle Gesundheit des Anlegers auch die richtige Arznei darstellt - das möge der Patient doch am besten selbst entscheiden.
Ein systematischer, risikoadjustierter Vermögensaufbau findet nicht statt. Die Altersvorsorge wird sträflich vernachlässigt, Immobilien werden falsch finanziert, die Absicherung des Einkommens und der Familie in den existenzgefährdenden Risikofällen Berufsunfähigkeit, Krankheit, Pflege und Tod ist unzureichend, die Vermögensnachfolge bleibt ebenso ungeregelt wie die rechtzeitige Klärung der Nachfolge im Unternehmen.Was es in den USA bereits seit 30 Jahren gibt, gibt es in Deutschland erst seit 8 Jahren: den Beruf des Financial Planners. Voraussetzung für eine Zertifizierung ist die sog. 4 E-Regel: Education (also das Studium), Examination (Bestehen einer umfangreichen Zusatzprüfung), Experience (mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im Financial Planning und Einreichen von 2 schriftlichen Finanzplänen) und Ethics (Selbstverpflichtung zur Einhaltung eines Ethikkatalogs nach internationalen Standards und Unterwerfung unter eine Ehrengerichtsbarkeit). Die Lizenz wird immer für 2 Jahre vergeben und kann nur durch regelmäßige Fortbildung aufrechterhalten werden.
Financial Planner sind unabhängige, seriöse Berater für systematischem Vermögensaufbau, Vermögensstrukturierung, Ruhestandsplanung, Risikovorsorge, Immobilien, Betriebliche Altersvorsorge und Erbschafts- und Unternehmensnachfolgeplanung und alle sonstigen finanziellen Fragen.
Bezahlt wird der Financial Planner über ein Honorar und nicht durch Provisionen eines Produktes. Das ist transparent und fair, oder können Sie sich vorstellen, einen Steuerberater zu konsultieren, der nicht von Ihnen, sondern vom Finanzamt sein Honorar erhält?
Financial Planning ist ein systematischer Beratungs- und Planungsprozess, der aus mehreren Schritten besteht:

Meist arbeitet der Financial Planner mit dem Steuerberater oder Rechtsanwalt seines Mandanten zusammen, oder er gibt dem Mandanten Hinweise, welche Fragestellungen zur Sicherung des Vermögens und zur Verbesserung der Rendite über das Gesamtvermögen fachlich zu klären sind.
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