And the Oscar goes ...

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Was macht Medienbeteiligungen interessant ?

Filmfonds machen nur für bestimmte Anleger und in bestimmten Situationen wirklich Sinn. Investoren sollten vorher wichtige Dinge klären.

Der Medienmarkt ist ein hochinteressanter Multi-Milliarden-Dollar-Markt, der weitgehend unabhängig ist, von der übrigen konjunkturellen Entwicklung. Als Investitionsobjekt haben Beteiligungen viel Charme. Egal ob es sich um ein Computerspiel, eine Hollywood-Produktion oder ein Musikalbum handelt.

Im Filmgeschäft hat Nordamerika erwartungsgemäß einen sehr hohen Anteil am Ergebnis. Der Anteil der DVD an der Verwertungskette beträgt in 2005 bereits über 50% mit steigender Tendenz. Mega-Produktionen wie Herr der Ringe, Star Wars, Titanic u.a kosten inzwischen über 100 Millionen USD, erzielen aber auch weltweite Verwertungsergebnisse bis zu 2 Milliarden USD.

Verständlich, dass da mancher träumt und partizipieren möchte.

   

Aussichten und Risiken

Deutsche Investoren haben seit 1997 mehr als 10 Milliarden EURO in diese Beteiligungsform investiert, allerdings mit sehr schmalem Erfolg.

Das Magazin "Euro" hat 2004 festgestellt, dass von den in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebrachten Filmfonds nur vier den Anlegern über die Ausschüttungen den Kapitaleinsatz zurück brachten. Das Magazin "Capital" brachte im Mai 2004 eine detaillierte und traurige Liste heraus, die Übersicht der Ausschüttungen aller bisherigen deutschen Medienfonds. Einige wie Hannover Leasing ("Herr der Ringe") oder die VIP-Gruppe (Charlize Theron für die beste schauspielerische Leistung im Film "Monster") konnten wenigstens mit einem Oscar für Schlagzeilen sorgen, auch wenn der Anleger davon wenig hat.

"Die Analyse aktueller Einspielergebnisse von zahlreichen deutschen Fondsfilmen (Weltvertrieb inkl. USA, soweit aus US-Datenbanken (wie IMDBpro, 10/04) ersichtlich, zeigt, dass 163 Filme keinen US-Kinostart erlebt haben. Da der US-Kino-Erfolg aus Marketinggründen in der Regel ausschlaggebend für den Erfolg der Verwertungskette Video, DVD und Pay-TV ist, muss bei diesen Filmen mit überdurchschnittlichen Abschreibungen gerechnet werden. 86 Filme hatten einen US-Kinostart. Davon erzielten 21 Filme an der Kinokasse unter USD 1 Mio., weitere 18 Filme unter USD 10 Mio. 47 Filme, die über USD 10 Mio. einspielten, blieben unter den Produktionskosten. Für diese Produktionen kommt operativ nur eine Totalabschreibung in Frage. Von insgesamt 249 Fondsfilmen erzielten 23 ihre Herstellungskosten, jedoch kein Film erreichte bisher pauschal das erforderliche Vielfache der Produktionskosten, um auf Fondsebene nach Kosten Break Even zu erreichen."(Check-Analyse 11/2004)

Die Medienfonds tun daher das, was auch die Investmentfonds tun, wenn Anleger auf Grund der negativen Kursentwicklung nicht mehr in ihre Fonds trauten: sie bieten umfangreiche Garantien. Diese reichen bis 115 Prozent. Allerdings ist sehr sorgfältig zu prüfen, auf was sich die Garantien beziehen

Garantien lassen sich auch dadurch aufblähen, daß die Laufzeit der Beteiligung verlängert wird. Nur eine Garantie, die auf den Einsatz des Anlegers abstellt, ist wirklich aussagefähig und bietet die vom Anleger gewünschte Sicherheit. Aber auch dann ist noch die Bonität des Garanten zu prüfen. Die überwiegende Zahl der Garantien erfüllt diese Anforderungen nicht.

Bei vielen Anbietern ist auch die steuerliche Anerkennung noch nicht abgeschlossen, d.h. die Anleger müssen mit der nachträglichen Aberkennung von Verlusten und Steuernachzahlungen rechnen. Ohne die Steuervorteile sind Investments in Medienfonds kaum ihr Geld wert. Die Inflationsrate eingerechnet blieben oftmals sogar nur Verluste. Darüber hinaus ist vielen Anlegern ein Schaden in Höhe des Agios und der Fondsnebenkosten entstanden.

 

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