Das Alter sorglos geniessen

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Vermögensaufbau und Altersvorsorge

Es ist eine traurige Wahrheit, dass die meisten Deutschen ihren Urlaub besser planen als ihre Altersvorsorge. Dabei sollte bekannt sein, dass eine sinnvolle Strategie nur auf der Basis einer genauen Bestandsanalyse entwickelt werden kann. Im Finanzbereich ist eine tragfähige Analyse jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Viele Produktanbieter, insbesondere Banken, Versicherungen und Strukturvertriebe, beraten lieber isoliert zu einzelnen Produkten.

Ein prägnantes Beispiel ist die Riester-Rente; wer danach fragt, erhält in der Regel ausschließlich eine Beratung zu Förderquoten und Produkteigenschaften. Ein Abgleich mit vorhandenen Vorsorgeprodukten oder eine Integration in die bisherige Strategie findet kaum statt. Die Kunden erkennen zu selten die Bedeutung dieses Schritts oder scheuen die Offenheit, wenn es um ihren Vermögensbestand geht.

Eine solide Altersvorsorgeplanung ist eine Kernkompetenz unserer Tätigkeit: Dabei berücksichtigen wir Inflation und Steuern ebenso wie bestehende Renten- und Versorgungswerksansprüche, Betriebsrenten, private Lebens- und Rentenversicherungen, sonstige Geldanlagen, Immobilien und eventuelle Erbschaften.
Wir zeigen Ihnen, welche Vorsorgewege sich für Sie am meisten lohnen und beraten Sie bei einer breiten Streuung Ihrer Altersvorsorge, um Rendite, Sicherheit und steuerliche Aspekte optimal zu verbinden. Bereits vorhandene Kapitalanlagen werden sorgfältig analysiert und auf Rendite und Risikostreuung, steuerliche Aspekte und ihre Eignung für die Altersvorsorge überprüft. Gern arbeiten wir mit Ihrem Steuerberater zusammen.

Wie ermittle ich, wo ich stehe?

Jede Analyse steht und fällt mit den Ausgangsdaten, dazu gehören

Sie sollten tabellarisch erfasst und den aktuellen Verbindlichkeiten (Baufinanzierung, Ratenkredite usw.) im Sinne einer Vermögensbilanz gegenübergestellt werden. Die Vermögensaufstellung nach § 18 Kreditwesengesetz (KWG) ist ein Muster für eine solche Ermittlung. Schmuck, Teppiche, Kunstgegenständen o.ä. sollten Sie nicht in Ihre Altersversorgungsplanung einbeziehen. Sie sind schwer verkäuflich und folglich schwer zu bewerten.

Selbstanalyse

Viele Vermögensentscheidungen hängen davon ab, welche Ziele man verfolgen möchte. Sind Sie sich darüber im Unklaren, dürfen Sie keine Entscheidungen treffen, die Klarheit voraussetzen (z. B. Investitionen in langfristige, wenig flexible Anlageprodukte).

Fordern Sie Ihre/n Berater/in auf, Ihnen bei der Identifikation Ihrer Ziele zu helfen. Die von uns abzufordernde Vorsorge-Checkliste bietet entsprechende Lösungsansätze.

Einen ersten Schritt können Sie auch tun, ohne sich klar über Ihre langfristige Zukunft zu sein: Nutzen Sie konsequent kurzfristige Anlageformen für alle Beträge, die Sie nicht in den nächsten Tagen benötigen (Tagesgeldkonto oder –fonds, Termingeld). Damit machen Sie nichts falsch und verschenken keine Zinsen, solange Sie noch an Ihrer Langfriststrategie feilen, für eine Wiederanlage noch nicht genügend Kapital haben oder sich nicht festlegen können.

Was ist speziell zur Altersvorsorge zu beachten?

Die Altersvorsorge ist derzeit das sensibelste Feld des Vermögensaufbaus. 87 % der besser Verdienenden sind sich sicher, dass sie ihre Vorsorgeziele fürs Alter erreichen werden. Doch der Vorsorgebedarf wird deutlich unterschätzt.
Tatsächlich werden Leistungsträger im Alter nach dem Stand von 2004 im Schnitt zwischen 40 und 60 % weniger Geld zur Verfügung haben, als sie erwarten. Es ist bislang wenig üblich, die Grundlage der Altersvorsorge in einem stetig weiterzuentwickelnden Vermögen zu sehen. Die klassischen Altersvorsorgeprodukte (Lebens- und Rentenversicherungen, aber auch Wohnimmobilien) sind aber nicht mehr per se die optimale Strategie für die Zukunftsvorsorge. Eine eingehende Analyse der Lebensperspektiven zeigt, ob und gegebenenfalls welche anderen Produkte für Sie eher zielführend sind.

Säulen der Altersversorgung

Die Altersvorsorge ist in Deutschland in drei „Säulen" organisiert: staatlich - hierzu zählen auch die berufsständisch organisierten Versorgungswerke -, betrieblich und privat.
Da die ersten beiden trotz unterschiedlicher Ausgestaltung grundsätzlich nach dem Rentenprinzip funktionieren (lebenslange Rentenzahlung gegen Abtretung des gesamten eingezahlten Geldes), lässt sich Vermögen, über das Sie selbst entscheiden können, ausschließlich mit der privaten Vorsorge schaffen.

Faktor Zeitbedarf

Maximal 45 Jahre – oft sogar nur 35 – stehen erfahrungsgemäß zur Verfügung, um aus eigener Arbeitskraft das finanzielle Überleben vom Berufseintritt bis zum Tod zu sichern. In welcher der drei Säulen dies geschieht, ist für diese Erkenntnis zunächst zweitrangig. Grundsätzlich ist festzu stellen: Je kürzer die Zeit, die für die Bildung der Altersvorsorge zur Verfügung steht, umso höher ist in der Regel das finanzielle Engagement anzusetzen.

Welchen Kapitalstock benötige ich?

Wie viel Kapital braucht ein 65-jähriger Rentner als Altersvorsorge, der eine jährliche Rente von 18.000 Euro, d. h. monatlich 1.500 erzielen möchte, ohne sein Kapital zu verzehren, bei 6 % Rendite? – 300.000 Euro!
Wenn er noch 20 Jahre lebte, könnte er bis zum vollständigen Kapitalverzehr sogar eine Rente von 26.155 Euro entnehmen oder er bräuchte nur 206.458 Euro Kapitalstock für die 18.000 Euro. Aber er weiß halt nicht, wie lange er lebt, weshalb ein festes Kapital sicherer ist.

Aber obige Rechnung bleibt eine Milchmädchenrechnung. Realistischer ist folgende Frage: Wie viel Kapital braucht ein Rentner, wenn die Steuer ihm 30 % der Erträge abnimmt und der Kaufkraftverlust, sprich die Inflation, jährlich 2 % beträgt und er jährlich die 18.000 Euro Kaufkraft von heute erhalten möchte?

Im Ausgangsfall könnte er bei 300.000 Euro von den 6 % Zinsen nur 2,2 % dauerhaft verbrauchen, also 6.600 Euro. Er erhielte nach Steuern 4,2 % (12.600) und müsste davon den Kaufkraftverlust bzw. die  Preissteigerung sparen, somit 6.000 Euro (= 2 %) wieder anlegen. Dann hätte er im nächsten Jahr mit Zinsen und Zinseszinsen wieder die gleiche jährliche, reale Kaufkraft zur Verfügung, die aber einem höheren nominalen Geldertrag entspricht (6.360 Euro, der Ausgangswert plus 2 % Preissteigerungen).

Er bräuchte also, da er von 6 % Zinsen nur 2,2 % real verbrauchen kann, fast den dreifachen Betrag von 818.182 Euro, um eine Rente von 18.000 zu erhalten, ohne das Kapital zu verzehren. Bei einem Kapitalverzehr über 20 Jahre genügten rund 437.350 Euro als Vermögensaufbau.

      818.000 € ergäben bei 6 % Zinsen (30 % Steuer, 2 % Inflation) dauerhaft 18.000 € p.a. Rente
      In 35 Jahren entspricht dies rund 1.659.600 €!

 
Wer in einem Alter von heute 30 Jahren anfängt derart zu rechnen, muss in Betracht ziehen, dass der Kaufkraftverlust in Zukunft einen weit höheren Kapitalstock verlangt als heute. Will jemand in 35 Jahren eine Rente im Kaufkraftwert von heute 18.000 jährlich erzielen, muss bis dahin bei einer Inflationsrate von 2 % (entspricht einem Geldwertverlust von 50,7 %) statt 818.182 Euro sage und schreibe 1.659.598 Euro als Kapitalstock aufbauen. Bei einem Werteverzehr genügten 887.120 Euro für 20 Jahre, immer noch eine große Summe.

Wenn dann auf dem Weg dahin auch noch ein Ehepartner zu versorgen ist, also die doppelte Summe gebraucht wird, oder jemand mit 1.500 Euro heutiger Kaufkraft nicht auskommt – dann zeigt sich die große Problematik der Altersvorsorge. Es gilt zu sparen, sparen, sparen. Und niedrige Nettozinsen kann sich keiner leisten, wenn er im Alter keine Abstriche machen möchte. Jedes Prozent mehr Rendite beim Vermögensaufbau zählt. Wer ein Eigenheim bewohnt und die eingesparte Miete ins Verhältnis zum Kaufpreis setzt, der erzielt eine Art selbstgenutzte Rendite. Ist diese niedrig, da in der Regel Wohnimmobilien sich nur mit etwa 4 % verzinsen, wäre eine Mietwohnung und ein höherverzinsliches Fonds-Portfolio sogar besser für die zukünftige Altersvorsorge (insb. gewerbliche, geschlossene Fonds rentieren nachsteuerlich relativ hoch).

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